Ist eine kleine Schulklassengrösse wirklich wichtig? Eine empirische Replikation für die Schweiz zum Zusammenhang von Klassengrösse und Schulleistung in der Sekundarstufe I mit ÜGK-Daten
Abstract
Es wird für die Schweiz untersucht, ob die Grösse der Schulklasse einen kausalen Einfluss auf die Mathematikleistungen hat. Hierfür werden Daten von ÜGK aus dem Jahre 2016, einer nationalen Schulleistungsstudie zu den Grundkompetenzen von Schülerinnen und Schülern in der letzten Klassenstufe während der Pflichtschulzeit im Fach Mathematik, herangezogen. Zunächst legen bivariate Analysen nahe, dass grössere statt kleinerer Schulklassen mit höheren Testwerten in Mathematik einhergehen. Anhand multivariater Schätzverfahren, die geeignet sind, kausale Effekte der Schulklassengrösse aufzudecken, wird bei Kontrolle konkurrierender Einflüsse dieser Befund validiert. Es ist für die Sekundarstufe I nicht notwendig, die Klassengrösse mit dem Ziel zu reduzieren, die schulischen Leistungen anzuheben.
Schlagwörter
Klassengrösse, Mathematikleistung, ÜGK 2016, Instrumental Variable Regression (2SLS), Regression Discontinuity Design (RDD), Schweiz
Autor/innen-Biografie
Rolf Becker
Rolf Becker, Prof. Dr. ist Ordinarius für Bildungssoziologie und Direktor der Abteilung Bildungssoziologie an der Universität Bern (seit 2004). Studium in Soziologie, Sozialpsychologie und Politikwissenschaft an der Universität Mannheim (1981–1987; Diplom); Promotion (1988–1990; Max- Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin); Habilitation (1999/2000; Technische Universität Dresden). Forschungsinteressen: Lebensverlaufsforschung; Bildungssoziologie; Mobilitätsforschung; Soziale Ungleichheit; Methoden empirischer Sozialforschung.
Universität Bern, Fabrikstrasse 8, CH-3012 Bern
E-Mail: rolf.becker@unibe.ch
