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Knabenlernzeiten – Mädchenlernzeiten: gleich, gleicher, ungleich? Genderspezifische Differenzierungen schulischen Wissens

Abstract

Lange definierten Curricula die Lernzeiten von Mädchen und Knaben unterschiedlich. Erklärt wurde dies bisher mit dem dualen Geschlechtermodell: Weil bildungspolitische Akteure davon ausgingen, Männer und Frauen hätten je unterschiedliche, schulisch zu vervollkommnende Anlagen, resultierten nach Geschlecht differenzierte Curricula. In der Langzeitanalyse von Schweizer Lehrplänen ab 1830 finden wir jedoch keine klar duale Struktur des schulischen Wissens. Daraus schliessen wir, dass das zeit- und klassenübergreifende duale Geschlechtermodell nicht ausreicht, um geschlechtsspezifische Differenzierungen zu erklären. Curricula enthalten immer auch regional- und zeitspezifische Antworten auf konkrete Problemlagen; sie müssen institutionellen, ökonomischen und praktisch-pädagogischen Ansprüchen genügen.

Schlagwörter

Curriculum, Geschlecht, Lehrplan, Koedukation

pdf (Französisch)